Was ist Ayurveda?
Ayurveda … ist mehr als die Ölmassage im Wellness-Hotel!

Ayurveda hat eine Jahrtausende währende Tradition und ist von der Weltgesundheitsorganisation WHO als traditionelles Heilverfahren anerkannt. Ein Ayurveda-Arzt in Indien muss ein fünfjähriges Studium bewältigen, wobei es – ähnlich wie in unserer westlichen Medizin – auch im Ayurveda verschiedene Fachrichtungen gibt.

Was ist der Unterschied zur westlichen Medizin?

Das fängt schon damit an, dass im Ayurveda eher gefragt wird „Wie entsteht Gesundheit?“ und weniger „Wie entsteht Krankheit?“ Natürlich steht auch bei einer ayurvedischen Behandlung die Befreiung von Beschwerden im Vordergrund, die dafür angewandten Mittel orientieren sich jedoch an der Krankheit und der individuellen Konstitution des Patienten. D.h., vereinfacht gesagt: Bei einem westlichen Mediziner erhalten Patient A und Patient B bei Magenschmerzen das Medikament X, im Ayurveda könnte Patient A das Medikament Y und Patient B das Medikament Z verschrieben bekommen, obwohl beide die gleichen Symptome haben, aber eben eine unterschiedliche individuelle Konstitution. Die erste Ursache für die Magenschmerzen kann bei beiden Patienten eine Gastritis sein, die tiefer liegende Ursache, warum der Patient nämlich überhaupt eine Gastritis entwickelt hat, kann jedoch sehr unterschiedlich sein. Eine Erkrankung wird als Disharmonie verstanden und der Weg der Gesundung führt über die Wiederherstellung dieser „Harmonie“, die für jeden Menschen individuell ist. Dabei wird nicht nur die körperliche Ebene berücksichtigt, denn Gesundheit wird als ein dynamisches Gleichgewicht der körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte verstanden. Bitte beachten Sie: Der Ayurveda ist ein sehr differenziertes System und jede kurze Beschreibung – wie ich sie hier vornehme – ist immer auch eine sehr verkürzte Darstellung, die dem Gegenstand nicht gerecht werden kann.

 Warum ist Ernährung im Ayurveda so wichtig?

Unser Körper bildet ständig neue Zellen und benötigt Energie für Bewegung, Verdauung und vieles andere. Die Ernährung bildet dafür den „Rohstoff“. Das Verheilen von Wunden, das Wachsen von Haaren, die Erneuerung von Haut- und allen anderen Zellen des Körpers kann nur geschehen, weil wir durch die Nahrung dem Körper das Rohmaterial dafür liefern. Kurz gesagt: Du bist, was Du isst. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist daher der Grundstein für das Ermöglichen von Gesundheit. Aber – was nützt die beste Ernährung, wenn der Körper nicht in der Lage ist, die einzelnen Bestandteile der Nahrung für sich zu nutzen und sie in Energie und Zellwachstum umzusetzen? Der allgemeine Grundsatz „Du bist, was Du isst“ muss also genauer lauten: „Du bist, was Du verdaust“. Im Ayurveda hat die Verdauung eine wesentliche und zentrale Bedeutung. Hier spielen zahlreiche Faktoren eine wesentliche Rolle: man verdaut mittags anders als abends, im Sommer anders als im Winter, in der Jugend anders als im Alter, und nicht zuletzt hat jeder Mensch seine eigene, konstitutionell bedingte Verdauung. Eine ayurvedisch orientierte Ernährungsweise berücksichtigt diese Faktoren und kann somit helfen, den Körper optimal mit Nährstoffen zu versorgen, um die Grundlage für eine stabile Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden zu schaffen.

Links: Ein Artikel zum Zusammenhang zwischen fast-food und Depressionen

Weiterführende Informationen:
www.ayurvedamedizin.de
www.ayurveda-journal.de